Information Schimmelpilz

Allgemeine Info

Immer wieder kommt es in Innenräumen zu Problemen mit mikrobiologischen Organismen, wie zum Beispiel Schimmelpilzen und Bakterien. Besonders auffällig ist die zunehmende Zahl der Wohnungen mit Schimmelpilzbefall. Wegen seiner allergieauslösenden und teils auch toxischen Wirkung ist Schimmelpilz im Gebäude, ab einer bestimmten Wuchsfläche bzw. Sporenkonzentration in der Raumluft, nicht mehr vertretbar.

Milieu

Schimmelpilze brauchen für ihr Wachstum ausreichend Wasser mit einem idealen pH-Wert und Nährstoffe. Als Nahrung werden organische Stoffe zum Abbau bevorzugt. Das optimale Wachstum  der Schimmelpilze liegt bei Temperaturen zwischen 15° und 40° C. Vereinfachend kann davon ausgegangen werden, dass Materialien, die ein Holzfeuchteäquivalent von mindestens 20 % oder eine relative Oberflächenfeuchte von mehr als 70 % aufweisen und Cellulose-, Stärke- oder Ligninbestandteile beinhalten, wie zum Beispiel Holz, Lehm, Anstriche, Tapeten, Teppiche, generell von Schimmelpilzkulturen besiedelt werden können. Dabei sind die meisten Spezies recht anspruchslos und begnügen sich auch mit dem Staub- oder Fettfilm zwischen ansonsten nicht verwertbaren Stoffen wie Styrolmaterialien, Glas oder Mauerwerk.

Der Mensch bietet in Lunge, Bronchien, Darm usw. reichlich Nahrung, Feuchtigkeit und Wärme, alles was Schimmelpilze brauchen. Daraus resultieren häufig Krankheitserscheinungen durch diverse Keime.

Nachweis

Mit speziellen Luftkeimsammlern oder Impaktoren werden vor allem diese Keime in der Luft nachgewiesen. Dabei werden definierte Luftmassen auf spezielle Nährböden für Schimmelpilzkulturen, oder direkt auf Objektträger gesaugt. Anschließend werden die Nährböden bebrütet und ausgewertet. Die Objektträger werden mikroskopisch begutachtet. Je nach Fragestellung können auch direkt vom sichtbaren Schimmelpilzbefall Proben durch Klebefilm oder  Abklatschnährböden gewonnen und analysiert werden. Danach ist eine Einschätzung der Gesundheitsgefahr möglich und es kann eine Ursachenermittlung durchgeführt werden. Nur auf dieser Basis sollte eine Sanierung erfolgen.

Gesundheitsgefährdung

Schimmelpilze in Innenräumen können die Gesundheit der Raumnutzer nachhaltig gefährden. Entscheidend dabei ist immer die Quantität und die Qualität der vorgefundenen Schimmelpilze wie auch die körperliche Verfassung der Bewohner. Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen können, über die Luft eingeatmet, allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen und zum Beispiel Asthma hervorrufen.

Schimmelpilzinfektionen treten in der Regel eher selten auf, weil gleichzeitig eine Immunschwäche bei der jeweiligen Person vorliegen muss (Vorsicht bei Kindern, Kranken und älteren Personen). Vorsicht ist auch in medizinischen Einrichtungen, wie zum Beispiel in Praxen, Kliniken usw. geboten.

Gesundheitliche Probleme durch MVOC (Microbial Volatile Organic Compounds) sind möglich. MVOC sind leichtflüchtige Kohlenwasserstoffverbindungen, die bei Pilzwachstum durch dessen Abbau von organischer Substanz entstehen können. Chemisch und physikalisch entsprechen sie Lösungsmitteln und gehören zu den Alkoholen, Aldehyden und Terpenen. Sie haben je nach Konzentration eine ähnliche toxische Wirkung wie Dämpfe von Lösungsmitteln. Vergiftungen durch Mykotoxine können außer bei Schimmelwachstum auf Nahrungsmitteln auch unter bestimmten Voraussetzungen bei einem Vorkommen von besonders toxischen Schimmelpilzspezies in Innenräumen auftreten. Bei Schimmelpilzbelastungen in Innenräumen sind generell Kinder, ältere, immungeschwächte, pilzsensible und gestresste Menschen am stärksten betroffen.