Aspergillus versicolor ist in Innenräumen häufig im Zusammenhang mit erhöhter Feuchte anzutreffen, insbesondere nach Wasserschäden. Er gilt als klinisch relevanter Pilz mit hohem infektiösen, toxischen und allergenen Potenzial. Immer wieder stoßen wir im Zusammenhang mit massiven gesundheitlichen Problemen auf diesen Pilz. Die gesundheitlichen Risiken werden meist unterschätzt. Gegenwärtig erarbeitet der Verband Baubiologie (VB) an einer Studie, die die gesundheitlichen Risiken im Verbindung mit Schimmelpilzen in Innenräumen erfassen soll.

Sporen (Konidien) von Aspergillus versicolor in der Luft stellen potenzielle Allergene dar. Mit wachsender Sporenkonzentration in der Raumluft steigt das Allergierisiko. Bei Inhalation gelangen die kleinen Konidien (2 - 4 µm im Durchmesser) ungehindert tief in die Lunge, bis in die Alveolen. Dort werden sie beim gesunden Menschen in der Regel eliminiert. Die Konidien können jedoch eine allergische Reaktion indizieren.

Bei entsprechend disponierten, abwehrgeschwächten Personen kann es zu einer manifesten Infektion der Lunge kommen. Von dort kann eine Disseminierung in andere Organe erfolgen.

Mykotoxinbildner können die Immunabwehr durch Toxine, lokal hemmen. Bei extrem hoher, länger anhaltender Raumluftbelastung können auch gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem an einer Infektion erkranken.

Allergenes Potential: hoch

Mykotoxine:
Sterigmatocystin
5-Methoxysterigmatocystin
ß-Nitropropansäure
Nidulotoxin
Cyclopiazonsäure

Mykosen:
verschiedene Humanmykosen Osteomyelitis
MVOC-Produzent: ja

Literaturtipp:

Schimmelschäden

Erkennen, bewerten, sanieren. Von J. Brandhorst und G. Willems. T.V-Media GmbH, Köln 2008. ISBN 978-3-8249-1077-9


© Institut für Angewandte Mykologie und Hygiene
Dr. Georg H. Willems -2008
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Allgemein

Chaetomium
ist eine weit verbreitete Schimmelgattung mit über 80 derzeit bekannten Arten.

Chaetomiumkolonien wachsen schnell, anfangs weiß und wollig, später werden sie meist grau bis olivgrün. Die Rückseite ist rötlich, bräunlich bis schwarz gefärbt.

Chaetomium
bildet in älteren Kolonien kleine Fruchtkörper, die sogenannten Perithecien, in denen die hitzetoleranten Ascosporen reifen. Die Fruchtkörper sind kugelig bis eiförmig, braun gefärbt mit langen, braunen, teilweise gewellten, haarähnlichen Hypen.

Chaetomium gehört zur Familie der Schwärzepilze, da sich die Sporen und zum Teil auch die Hyphen durch Melanineinlagerung braun bis schwarzbraun färben. Durch diese Dunkelfärbung sind sie besonders widerstandsfähig gegenüber UV-Bestrahlung.

Bedeutung

Chaetomium
ist im Boden und auf Pflanzenmaterial zu finden. Er verursacht Weichfäule bei Hart- und Weichholz.

Chaetomium hat eine große cellulolytische Aktivität. Deshalb ist Chaetomium ein gefürchteter Materialzerstörer in Bibliotheken und Archiven (Papier), auf Holz und der Leinwand von Gemälden.

Chaetomium kann auch auf Kunststoffen wachsen.

Innenraum

Chaetomium
hat eine hohen Feuchteanspruch und gehört deshalb zu den Schimmelpilzen mit hoher Indikation für Feuchteschäden in Innenräumen. Die Sporen haben schlechte bis mittlere Flugeigenschaften, deshalb sind sie bei Luftkeimsammlungen eventuell nicht zu finden. Chaetomium produziert das Mykotoxin Chetomin.

Bedeutung für den Menschen

Chaetomium
hat allergenes Potential und kann deshalb allergische Reaktionen hervorrufen. Es wurden verschiedene Infektionen durch Chaetomium beschrieben, wie Gehirn-Abszesse, Peritonitis (Bauchfellentzündung), Infektionen der Haut und der Nägel. Außerdem steht Chaetomium im Verdacht, krebsauslösend zu wirken.

Dr. Iris Eschenbacher, Vorstand
Cenas AG

Fritz-Hornschuch-Straße 9
95326 Kulmbach
Tel.: 09221-8276130
Fax.: 09221-8276133
email: eschenbacher@cenas.de
web: www.cenas.de
Allgemein

Cladosporien gehören zu den Fadenpilzen mit mehr als 500 bekannten Arten. Sie sind weit verbreitet und fast überall auf der Welt anzutreffen (Ausnahme sind die Polarregionen). Sie sind extrem psychrotroph und wachsen bis –10° C.

Cladosporien gehören zur Familie der Schwärzepilze, da sich die Sporen und zum Teil auch die Hyphen durch Melanineinlagerung braun bis schwarzbraun färben. Durch diese Dunkelfärbung sind sie besonders widerstandsfähig gegenüber UV-Bestrahlung.

Bedeutung

Cladosporien sind häufig auf absterbenden und totem Pflanzenmaterial zu finden. Einige Arten sind phytopathogen. Sie verursachen vielfältige Materialzerstörung z. B. bei Papier, Zellulose, Textilien, Pharmazeutika, Kosmetika und vielem mehr.

Ebenso sind sie verbreitete Lebensmittelverderber, z. B. bei Getreide, Gemüse, Tomaten, Fleisch, Apfel-, Trauben- und Zitrussäften. Sie können durch ihre lipolytische Aktivität zum Ranzigwerden von Butter und Margarine führen.

Cladosporien können auf Kunststoffen wachsen, so sind sie auf Kunststoffauskleidungen von Kühlschränken, Kunststoffanstrichen von Kühlkammern, Kunststoffputzen, Polyurethanen und Dichtstoffen (Silikondichtungen) zu finden.

Cladosporien können auf Kohlenwasserstoffen wie zum Beispiel Kerosin wachsen.

Cladosporien sind die am häufigsten in der Außenluft zu findenden Schimmelpilze, wobei es jahreszeitliche bedingt große Schwankungen gibt. Die Flugeigenschaften der Sporen sind gut bis sehr gut.

Innenraum

In Innenräumen sind Cladosporien häufig auf cellulosehaltigen Baumaterialien anzutreffen, meist als sekundäre Besiedler. Sie haben einen hohen Feuchteanspruch. Über von Cladosporien gebildete Mykotoxine ist bisher vergleichsweise wenig beschrieben.

Bedeutung für den Menschen

Infektionen beim Menschen durch Cladosporien sind sehr selten, meist treten Cladosporien in klinischem Material als Anflugkeim oder Kontamination auf, vereinzelt wurden aber auch Atemwegsinfektionen und Onychomykosen (Nagelmykosen) durch Cladosporien beschrieben.
Aufgrund ihres hohen allergischen Potentials können Cladosporien zu akuten Reaktionen wie Fließschnupfen, Husten und Asthmaanfällen führen oder in chronischen Fällen kann es zur Ausbildung von Lungenemphysemen kommen.

Dr. Iris Eschenbacher Vorstand
Cenas AG

Fritz-Hornschuch-Straße 9
95326 Kulmbach
Tel.: 09221-8276130
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